„And The Sound And The Noise Hit My Body Lika A Thousand Dances.“ Noise/Drone: Zur medienwissenschaftlichen Bedeutung zweier musikästhetischer Konzepte

Authors

  • Sebastian Schillallis

Abstract

In einem Plädoyer für eine akustische Perspektive auf die Welt werden die diffusen Begriffe Noise und Drone für die Medienwissenschaft greifbar gemacht. Sie werden dabei zunächst als Musikästhetiken betrachtet, die in verschiedenen Genres auf unterschiedliche Arten und Weisen erzeugt werden. Während Noise sich durch disruptive Momente den Hörer:innen aufdrängt, lädt Drone dazu ein, in dem erzeugten Klangteppich aufzugehen. Musik dient dabei nicht lediglich als Forschungsobjekt. Ein Denken durch (nicht nur über) Musik ist immer auch ein Denken über ihre Medialität. Anhand einer kulturgeschichtlichen Analyse der entsprechenden Klangästhetiken in verschiedenen Musikströmungen werden ihre materiellen Dispositionen und soziokulturellen Umstände erarbeitet. So zum Beispiel der durch die Ernüchterung über die Industriegesellschaft erzeugte Klangangriff von Einstürzende Neubauten oder der vom Kommunendenken der 68er Bewegung beeinflusste Klangteppich der Krautrock Bands wie bspw. Faust. Diese Ergebnisse werden anschließend in die medienwissenschaftliche Theorielandschaft eingebettet. Anhand von Gernot Böhmes Neuer Ästhetik und Karen Barads agentiellem Realismus werden die Begriffe Noise und Drone zu einem Werkzeug der Soundscape Analyse synthetisiert.

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Published

2026-07-10