Mensch sein im Unmenschlichen. Das Warschauer Ghetto im Tagebuch Rachela Auerbachs

Authors

  • Kathrin Malhofer

Abstract

Die polnisch-jüdische Journalistin Rachela Auerbach dokumentierte von August 1941 bis Juli 1942 im Auftrag Emanuel Ringelblums für das Untergrundarchiv Oneg Schabbat (dt. Freude am Schabbat) ihren Alltag als Leiterin einer Volksküche im Warschauer Ghetto. Der vorliegende Beitrag untersucht anhand dieses Tagebuchs, wie sich Menschen trotz der unmenschlichen Situation darum bemühen, ein Minimum an Normalität und Alltag aufrechtzuhalten, das sich vor allem im Gesundheits- und Schulwesen sowie der sozialen Fürsorge zeigt. Im Zentrum der Analyse steht der Text als (Selbst-) Zeugnis. Einerseits will das Tagebuch möglichst neutral Begebenheiten dokumentieren, andererseits ist es ein subjektives Erzeugnis. Eine inhaltsbezogene und textästhetische Analyse des Tagebuchs offenbart, dass und wie sich Menschlichkeit besonders im Zusammenhalt im Ghetto, in zwischenmenschlichen Beziehungen und in Auerbachs Schreiben selbst zeigt. Als Akte der Menschlichkeit stehen sie der nationalsozialistischen Besatzung und Vernichtungspolitik sowie der damit einhergehenden Entmenschlichung und Unmenschlichkeit gegenüber.

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Published

2026-07-10