„Es ist noch eine Frage, ob wir persönlich existieren“. Auflösungstendenzen in der Ästhetik von Ernst Tollers Drama Masse Mensch
Abstract
Aufgrund seines aktiven Mitwirkens an der Novemberrevolution und der Münchner Räterepublik wurde Ernst Toller in der Forschung lange Zeit als engagierter Autor kategorisiert. Dabei wurde den Stücken eine politische Färbung zugeschrieben und gleichzeitig ästhetische Qualität abgesprochen. Anknüpfend an neuere Forschungspositionen, die in Tollers OEuvre ein vielschichtiges ästhetisches Konzept nachweisen, untersucht der Beitrag den Zusammenhang zwischen bewusster ästhetischer Gestaltung und inhaltlicher Mehrdeutigkeit im Drama Masse Mensch aus dem Jahr 1919. Anhand der von Toller verwendeten ästhetischen Mittel in den Traumszenen werden Auflösungstendenzen herausgearbeitet, die zu einer Steigerung der inhaltlichen Deutungsoffenheit führen.
