Heimkehr zum satori? Der Zen-Buddhismus als Lösungsansatz für Peter Handkes Heilsbedürfnis

Autor/innen

  • Celine Mühlstein

Abstract

In den 1980er-Jahren verdichten sich die autobiografischen Elemente in Peter Handkes Werken zu einer Dokumentation von Wahrnehmungskrise und persönlichem Heilsbedürfnis. Die Protagonisten in Langsame Heimkehr (1984) und Die Lehre der Sainte Victoire (1980) suchen in der Natur nach existentiellem Sinn und absoluter Wahrheit, die nicht nur ihr illusorisches Wirklichkeitsverständnis aufdecken, sondern auch dem bedrohten Selbstgefühl Stabilität verleihen. In einem plötzlichen Moment (nunc stans) erfahren die Protagonisten einen Ich-Verlust infolge der Ganzheitserfahrung mit dem Wahrnehmungsobjekt, wodurch das lineare Raum-Zeit-Kontinuum zugunsten einer ontologischen Allgegenwärtigkeit aufgelöst wird. Mithilfe einer vergleichenden Untersuchung seiner Augenblickserfahrung, der folgenden Reflexionen und meditativen Praktiken lassen sich Parallelen zur Philosophie des Zen-Buddhismus ziehen.

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Veröffentlicht

2026-07-10